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Und wie gesund isst dein Pferd?

Pferde - News 5. Mai 2015

Und wie gesund isst dein Pferd?

 

Gesunde Ernährung und ein langes Leben sind nicht nur für den Menschen erstrebenswert, auch der vierbeinige Freund Pferd an unserer Seite profitiert von einem gesunden Lebensstil.

 

Weizenmehl, Zucker, Zusatzstoffe – was dem menschlichen Körper schadet, ist auch für eine lange Gesunderhaltung des Pferdes nicht gerade förderlich. Dabei hat die ausgewogene Pferdefütterung nicht nur regen Einfluss auf gesundheitliche Aspekte, sondern birgt auch einen wesentlichen Bestandteil der Leistungsfähigkeit. Und weil das Thema Ernährung für Mensch und Pferd gleichermaßen einen maßgeblichen Beitrag zum gesunden Lebensstil leistet, beschäftigen sich auch Wissenschaft und Forschung zunehmend mit der optimalen Pferdefütterung. Mit folgenden Ratschlägen ist es auch ohne wissenschaftliches Studium möglich sein Pferd richtig zu füttern.

 

Die wichtigsten Aspekte zur gesunden Pferdefütterung

 

Immer wieder werden aus Unwissenheit Fehler in der Pferdefütterung gemacht, die teils fatale gesundheitliche Folgen für den geliebten Vierbeiner bringen. Damit Pferd und Reiter lange Freude aneinander haben und gemeinsam ein leistungsstarkes Team sind, empfiehlt sich in der optimalen Pferdefütterung folgendes:

-> ausreichend Wasser

Jedem Pferd muss frisches Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, andernfalls kann der Darminhalt verdicken und zu einer schweren Kolik führen. In Abhängigkeit von Außentemperatur und Aktivität sollten etwa 60 Liter je Tier und Tag eingeplant werden, wobei die Tränke mindestens einmal täglich überprüft und gereinigt werden sollte.

-> langsame Futterumstellung

Werden neue Futtermittel zu schnell eingeführt, kann der Magendarmtrakt des Pferdes sich nicht optimal umstellen. Durchfallerkrankungen, erhöhte Kolikgefahr und selbst Hufrehe können die Folge sein. Statt abrupter Umstellungen sollte neues Futter schrittweise über mehrere Tage angefüttert werden und dabei mit dem bekannten Pferdefutter vermischt sein.

-> viel Rohfaser, wenig Stärke

Getreidesorten wie Weizen oder Roggen sind für den Pferdemagen kaum verdaulich. Wer keine Fehlgärungen, Durchfall oder gar gefährliche Futterkolik infolge von Verklebungen des Magendarmtraktes riskieren möchte füttert seinem Pferd rohfaserreiches Pferdefutter mit geringem Stärkeanteil.

-> gute Futterqualität

Es sollte allgemeinhin bekannt sein, dass nur Heu und Stroh mit einwandfreier Qualität in der Pferdefütterung eingesetzt werden darf. Zu kurze Trocknungszeiten und falsche Lagerung, sowie Schimmel oder starke Verunreinigungen können neben Durchfall und Atemwegserkrankungen zu Kolik oder Hufrehe führen und dem Pferd dauerhaft Schaden zuführen.

-> Fütterungszeitpunkt beachten

Während die Fresspause zwischen den Heurationen 4 bis 6 Stunden nicht überschreiten sollte, ist die Gabe von Kraftfutter prinzipiell erst 30 Minuten nach der Heufütterung empfehlenswert. Auch sollte nach dem Fressen eine Pause von etwa 2 Stunden einkalkuliert werden, bevor das Pferd sportlich aktiv wird. Wer zu schnell nach der Fütterung in den Sattel steigt riskiert eine Erkrankung an Hufrehe oder im schlimmsten Fall einen Magenriss mit tödlichen Folgen für das Pferd.

-> angemessene Futterrationen

Als Grundfutter benötigen Pferde nicht viel mehr als gutes Heu und Stroh, sowie wertvollen Mineralien. Wird aufgrund der täglichen Leistungsanforderung eine größere Menge Kraftfutter zugegeben, so sollte dieses ab einer Tagesration von mehr als 3 Kilogramm auf mindestens 3 Mahlzeiten aufgeteilt werden. Eine zu hohe Kraftfuttermenge je Portion endet nicht selten in Magenüberladung oder Fütterungsrehe, langfristig auch Übergewicht und damit einhergehende Erkrankungen.

-> Aufwertung durch eingeweichte Cobs

Gerade bei älteren, schwerfutterigen oder sehr dünnen Tieren reicht das Grundfutter oft nicht aus, sodass Heucobs, Rübenschnitzel oder Maiscobs zur Aufwertung zugegeben werden. Wird diesen Futtermittel nicht lange genug mit einer ausreichenden Menge Flüssigkeit Zeit zum Quellen gegeben drohen schlimme Schlundverstopfungen. Um die Gefahr für das Pferd zu minimieren und eine Mischung aus teils aufgeweichtem-teils trockenem Futter zu vermeiden sollte die Fütterungsempfehlung auf dem Sackträger unbedingt beachtet werden.

-> weniger ist mehr

Das gilt nicht nur für die Menge an Futter allgemein, sondern auch für die Anzahl der verwendeten Futtermittel. Gerade Obst und Brot, sowie kleehaltige Wiesen sind nicht unbedingt empfehlenswert in der Pferdefütterung und können Blähungen oder gar Koliken verursachen. Doch auch viel Futter in Verbindung mit wenig Bewegung schadet dem Pferd mehr, als dass es nutzt. So sind insbesondere Stehtage durch Urlaub, Krankheit oder Wetterlage schwierig. Wer an solchen Tagen die gewohnte – auf Leistung berechnete – Pferdefutterration anbietet riskiert eine Erkrankung des Pferdes in Verbindung mit Verfettung und Hufrehe.

-> Rasenschnitt ist kein Pferdefutter!

Während langes, mit der Sense geerntetes Schnittgras durchaus am Tag des Schnittes verfüttert werden darf, hat Rasenschnitt in der Pferdefütterung nichts verloren. Die kurzen Grasenden können zu starker Verstopfung führen und weil die Pferde sie kaum mehr kauen können sie auch nicht richtig verdaut werden.

 

An und für sich ist es gar nicht so schwierig mit der gesunden Pferdefütterung. Wer einige prinzipielle Grundregeln der Pferdefütterung beachtet, sein Pferd ehrlich und angemessen füttert und im Zweifelsfall eine Futterberatung in Anspruch nimmt, der unterstützt damit ein langes und gesundes Pferdeleben – ein Zugewinn für Pferd und Reiter!

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