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Doping im Pferdesport

Pferde - News 5. Februar 2013

1. Einleitung

In Deutschland gibt es ungefähr 1,6 bis 1,7 Millionen Menschen, die aktiv Pferdesport betreiben und über einer Millionen Pferde und Ponys.

Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes Ipos im Jahre 2001 und 2002. Der Dachverband des Reitsports in Deutschland ist die FN (Fèdèration Equestre Nationale)(siehe Anhang). Ihre Aufgabe ist unter anderem auch die Dopingbekämpfung. Dies versucht sie zum Beispiel durch die ADMR. Damit gemeint sind die Anti-Doping-und Medikamentenkontrollregeln. Diese Regeln sind seit 2010 gültig und Bestandteil der LPO (Leistungsprüfungsordnung), damit die schon langjährig geltenden Bestimmungen noch klarer zu verstehen und somit auch besser einzuhalten sind. Viele Leute stellen sich die Frage, wiso Doping denn überhaupt verboten ist. Das ist recht einfach zu beantworten, denn wäre Doping legal, wäre es sinnlos Turniere als Leistungsprüfungen auszurichten, denn es gäbe keine Chancengleichheit mehr und es wäre somit ein ungleicher und unfairer Wettkampf. Vielleicht wäre es fair allen Doping zu erlauben doch das Dopingverbot hat auch einen ethischen und gesundheitlichen Hintergrund, denn der Tierschutz und die physische und psychische Gesundheit des Pferdes steht im Pferdesport an erster Stelle! Doping erhöht außerdem das Risiko eines Unfalls. Hier geht insbesondere von Aufputschmitteln oder Beruhigungsmitteln eine große Gefahr aus, denn es können unkontrollierbare Nebenwirkungen wie zum Beispiel der Verlust der Selbstkontrolle des Pferdes auftreten.

In Deutschland ist die sogenannte Nulltolleranz festgeschrieben.

Das heißt zum Zeitpunkt des Wettkampfes dürfen sich keine verbotenen Substanzen im Körper des Pferdes befinden. Durch die neuen Testverfahren kann man also jede noch so kleine Menge einer verbotenen Substanz finden und wird dem entsprechend bestraft. Ich habe mir dir Frage gestellt: Wie weit kann der Mensch in die Natur eingreifen? Ich möchte die Probleme und Gefahren sowie Grenzen und Folgen von Doping im Pferdesport aufzeigen und dann diese Frage auf biologischer Ebene aufklären. Das Thema Pferdesport und Doping habe ich gewählt, weil ich selbst Turniere reite und ein Pferd besitze und mich die Aussage des Spitzenreiters Ludger Beerbaum in einem Interview vor einiger Zeit „Erlaubt ist, was nicht gefunden wird.“(Ludger Beerbaum, Interview 2009 FAZ) sehr beschäftigt hat. Ob Doping im Pferdesport wirklich so einfach zu erklären ist, das möchte ich auch herausfinden.
Zuerst werde ich mich damit auseinandersetzen, was man unter Doping überhaupt versteht. Dazu gehören verschiedene Dopingformen, Mittel und deren Wirkungsweise sowie die Risiken durch Doping. Dann möchte ich die Dopingkontrolle und die Folgen einer positiven Dopingprobe erklären. Des weiteren werde ich etwas zu Doping aus Versehen sagen, also über Medikamente auf der Dopingliste, und noch ein paar Beispiele aus dem Spitzensport bringen.

2. Was ist Doping?

„Doping ist die Verwendung von Substanzen oder die Anwendung verbotener Methoden, die in den Listen I und III der ADMR aufgeführt sind.“ (FN)
Diese Aussage der FN trifft es auf den Punkt, denn genau das ist Doping: Der Einsatz von verbotenen Substanzen oder Methoden. Manche nicht nur auf dem Turnier sondern auch im Training des Pferdes. Mit Hilfe dieser Substanzen und Methoden wird die Leistungsfähigkeit des Pferdes beeinflusst. Es gibt sehr viele Dopingformen mit
unterschiedlichen Wirkungsweisen jedoch genauso viele Risiken und Nebenwirkungen, die immer ein erhöhtes Unfallrisiko bergen. Schon ab Mitte des 17. Jahrhunderts gab es
in England die ersten „Dopingfälle“. Hierbei wurde Pferden Anregungsmittel (ähnlich den Stimulanzien) gegeben. Der Dopinggedanke an sich ist wahrscheinlich schon weitaus älter.

2.1 Dopingformen, Dopemittel, und ihre Wirkungsweise

Zu aller erst sei zu diesem Punkt gesagt, dass es nicht nur Doping mit positiver Wirkung
auf die Leistungsfähigkeit des Pferdes gibt. Es gibt also nicht nur Doping auf Sieg, wie man so schön sagt, sondern auch auf Niederlage. Die häufigste Form bleibt jedoch Doping auf Sieg, deshalb beginne ich mit dieser Art. Beim Doping auf Sieg, ist das Ziel, die natürliche Leistungsfähigkeit des Pferdes zu erhöhen. Der Leistungsbereich eines Pferdes wird in drei Teile eingeteilt: – Normale Leistungsbereitschaft – Trainingsreserven
und – autom geschützter Bereich. Der autom geschützte Bereich macht etwa 40% der gesamten Bereiche aus. Er bildet die Reserven für den Körper, die bei kurzzeitigen lebensbedrohlich Situationen mobilisiert werden können. Für das Flucht- und Lauftier Pferd in seiner natürlichen Umgebung überlebensnotwendig, denn wenn es von einem Raubtier angegriffen wurde konnte so durch schnelles Flüchten entkommen werden.
Jedoch fällt dabei der Schutz des Kreislaufs und des Bewegungsapparates vor Überlastung weg. Das heißt, das Pferd gibt in diesem Moment alles, so zusagen ohne Rücksicht auf Verluste, um sein Leben zu retten. Die Mobilisierung dieser Kräfte kann auch mit Hilfe von Stimulanzien (siehe Anhang), wie sie in Dopingfachkreisen genannt werden, erreicht werden. Das heißt, man spritzt dem Pferd Amphetamine, Ephedrin oder häufig auch Koffein. Die chemischen Strukturen dieser Mittel sind ähnlich des körpereigenen Stoffes Adrenalin, sie haben also die selbe Funktion, nämlich die Mobilisierung aller Kräfte. Da bei diesem Vorgang die Leistungsgrenze des Pferdes leicht überschritten werden kann, ist diese Art von Doping besonders gefährlich. Bei einer überhöhten Dosis von Stimulanzien reagiert das körpereigene Warnsystem nicht mehr und alle Reserven werden restlos aufgebraucht. Dies führt zu starker Erschöpfung wenn nicht sogar zum Herzstillstand und somit schließlich zum Tod. Der Einsatz von Stimulanzien zeigt noch andere Symptome wie Stress und Unruhe beim Pferd.(Siehe Anhang)

Es gibt aber auch die Form des Dopings auf Niederlage. Sie ist natürlich nicht so weit verbreitet wie das Doping auf Sieg, wird aber dennoch praktiziert. Beim Doping auf Niederlage werden dem Pferd Neuroleptika (siehe Anhang) oder Ataraktika verabreicht. Bereits geringe Dosen dieser Mittel können die Leistung des Pferde stark beeinflussen. Ataraktika verursachen Depressionen und die Abnahme des Muskeltonus. Unter anderem wird auch der Fluchtreflex des Pferdes ausgeschaltet, der bei einem Rennen über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Der Grund für Doping auf Niederlage kann zum Beispiel das Ausschalten der Konkurrenz sein.

Die dritt häufigste Art ist das Doping zur Wiederherstellung der normalen Leistung. Damit ist die medikamentöse Behandlung zur Schmerzausschaltung und Beseitigung geringer Lahmheiten gemeint. Oft verwendete, im Wettkampf jedoch verbotene Substanzen sind: Nichtsteroridale Antiphlogistika: Hierbei handelt es sich um entzündungshemmende Substanzen wie zum Beispiel Paracetamol. Dann gibt es noch die Lokalanästhetika. Das sind Mittel zur lokalen Schmerzausschaltung. Sie werden bei schon vorhandenen Lahmheiten eingesetzt, um den Schmerz auszuschalten, sodass
das Pferd wieder klar läuft. Diese Art des Dopings ist allerdings besonders gefährlich, denn wird das Pferd nach der Behandlung mit Lokalanästhetika im Sport eingesetzt,
kann es zu noch schlimmeren Verletzungen kommen, denn das Pferd belastet das
verletzte Bein genauso sehr wie die gesunden Beine, da es ja keinen Schmerz mehr spürt. Somit besteht die Gefahr, dass es sich noch schlimmere Verletzungen zuzieht und die Genesung dann mit viel Zeitaufwand und hohen Tierarztkosten verbunden ist.
Bei Schwellungen der Gelenke werden Glucocortikoide (siehe Anhang) gegeben. Sie haben eine rein symptomatische Wirkung. Das heißt, sie bewirken nur, dass die Schwellung zurückgeht und das Bein wieder normal aussieht. Außerdem wird der Stoffwechsel beeinflusst, sodass eine höhere Energiebereitstellung vorhanden ist.

Die vierte Form ist das Doping mit körpereigenen Substanzen. Es gibt einmal das Blut-Doping. Die Menge der roten Blutzellen im Körper bestimmt die Sauerstoffversorgung der Gewebe. Durch die Zugabe von Erythrozyten kann die Sauerstoffversorgung verbessert werden. Das Ermüdungsgefühl tritt nicht so schnell ein. Elektrolyte, Vitamine und Glucose dürfen nur über das Futter verabreicht werden.

Dann gibt es noch eine fünfte Art von Doping. Das physikalische Doping. Hier unterscheidet man allerdings auch zwischen mehreren Formen beziehungsweise Methoden. Neurektomie: Hier wird ein Nervenschnitt beim Pferd vorgenommen. Ein Nerv wird also operativ durchtrennt, sodass das Pferd dauerhaft lahmfrei geht. Diese Methode zur Schmerzausschaltung hat jedoch die selben Folgen wie der Einsatz von Lokalanästhetika. Das Pferd spürt keinen Schmerz mehr und belastet das kranke Bein genauso wie die gesunden Beine. Dies führt zur starken Verschlimmerung des Krankheitsprozesses. Der Nervenschnitt ist der letzte Schritt, um chronische Schmerzen auszuschalten. Das Pferd ist dann nur noch selten für den Sport unter dem Sattel zu gebrauchen. Elektrische Reize: Zu den verbotenen Methoden im Pferdesport gehören auch die Anwendung von elektrischen Reizen. Diese Methode ist häufiger im Rennsport zugegen. Dem Pferd werden mit Hilfe eines Elektroschockgerätes Stromschläge gegeben, die das Pferd dazu treiben bis zur und nicht selten über die Leistungsgrenze hinaus zu laufen. Auch das kann genau wie die Gabe von Stimulanzien zum Herzstillstand und somit zum Tod führen. Akupunktur: Auch Akupunktur ist im Reitsport verboten. Ob und wenn ja welche Wirkung die Akupunktur wirklich hat ist wissenschaftlich aber noch nicht genau erwiesen. Das Anbringen von spitzen Gegenständen am Sattel, den Reitstiefeln oder der Peitsche ist ebenfalls verboten und gehört auch zum Doping. Die Hyper- oder Desensibilisierung der Pferde durch Senföle oder Terpentine und anderen Mitteln ist ebenfalls eine Straftat, denn hierbei wird das Pferd schmerzempfindlicher oder schmerzunempfindlich gemacht. Eine weitere Art des Dopings ist das Gen-Doping. Das heißt der Transfer von Zellen oder genetischen Elementen zählt auch zum Doping, obwohl diese Form nur sehr schwer nachzuweisen ist.

2.2 Risiken durch Doping

Ein gewisses Unfallrisiko besteht im Pferdesport immer. Man arbeitet schließlich mit Tieren. Dazu kommt, dass das Pferd ein Fluchttier ist und bei Gefahr seinem natürlichen Fluchtinstinkt folgen wird. Durch Vorsichtsmaßnahmen kann das Risiko eines Unfalls eingedämmt werden. Zu diesen Vorsichtsmaßnahmen gehört auch das Dopingverbot. Durch Doping kann das Pferd und seine Leistung stark beeinflusst
werden. Doping beim Pferd kann ähnliche Wirkungen haben wie Alkohol oder Drogen im menschlichen Körper. Es kann zu Aggressivität und Depressionen oder zu Müdigkeit,
Konzentrationsschwierigkeiten, Unruhe und unkontrollierbarer Hyperaktivität kommen.
Man ist sozusagen „nicht mehr man selbst.“ Das Unfallrisiko wird damit drastisch
erhöht.

3. Die Dopingprobe

Eigentlich ist Dopingprobe ein eher fälschlicher Ausdruck. Man spricht von
Medikationskontrolle. Sie kann jederzeit während einer Veranstaltung durchgeführt werden. Wer kontrolliert wird, wird generell ausgelost. Besteht aber ein Verdachtsfall, kann jederzeit eine Medikationskontrolle vom Turniertierarzt oder von der Wettkampfleitung angeordnet werden. Jedes Pferd kann mehrmals während einer Veranstaltung geprüft werden.Gründe für den Verdachtsfall können zum Beispiel Einstichstellen, lokale Schwellungen, Übererregbarkeit, Zwangsbewegungen, Ganganomalien oder eine sprunghafte Formverbesserung des Pferdes sein. Die Probeentnahme ist streng vorgeschrieben und es gibt eine genau Anleitung für sie.
Zu Erst wird versucht den Urin des Pferdes aufzufangen. Das ist die einfachste Methode eine Körperflüssigkeit zu gewinnen, in der verbotene Substanzen nachgewiesen werden können. Setzt das Pferd während der Wartezeit von mindestens 30 Minuten keinen Urin ab, wird eine Blutprobe entnommen. Neu eingeführt wurden auch die Trainingskontrollen. Sie finden auch im Rahmen der FN statt und sind unangekündigt. Jedes Pferd kann wie am Turnier immer und zu jeder Zeit getestet werden. (Siehe Anhang)

3.1 Testverfahren

Sollte das Pferd aber Urin absetzen, wird dieser in zwei Behälter mit der Kennzeichnung A und B abgefüllt und sicher verschlossen. Wurde Blut abgenommen, so wird es in sechs dafür vorgesehene Blutröhrchen aufgeteilt. Vier davon mit dem Buchstaben A, die anderen zwei mit dem Buchstaben B. Im Labor angekommen werden die Behälter zunächst auf Unversehrtheit geprüft. Probe A wird zur Untersuchung genutzt, Probe B wird sicher aufbewahrt. Werden in Probe A verbotene Substanzen gefunden ist die Kontrolle positiv. Der Betroffene die Möglichkeit innerhalb einer Woche die Untersuchung von Probe B zu fordern. Er ist auch dazu aufgefordert Stellung zu den Vorwürfen zu nehmen. Sind in Probe A und B verbotene Substanzen gefunden worden oder der zugelassene Grenzwert überschritten liegt ein Verstoß vor.
Daraufhin wird sofort das Ordnungsverfahren eingeleitet.

3.2 Täuschungsmöglichkeiten

Es gibt einige Mittel, die den Nachweis von Doping erschweren. So zum Beispiel Vitamin B1, Sulfonamide, Metamizol oder Diuretika. Die Möglichkeiten Doping zu vertuschen sind fast unbegrenzt und es gibt immer Menschen, die sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen, um den Betrug nicht auffliegen zu lassen. Jeder Täuschungsversuch ist aber eine Straftat und hat rechtliche Konsequenzen.

4. Positive Dopingprobe – und jetzt?

Ist die Medikationskontrolle positiv, wird umgehend ein Ordnungsverfahren eingeleitet.
Ist dann der Einsatz von verbotenen Substanzen oder Methoden tatsächlich nachgewiesen wird der Betroffene vom Turnier vorläufig ausgeschlossen. Dies geschieht auch, wenn die Medikationskontrolle verweigert wird.

4.1 Folgen einer positiven Dopingprobe

Nach der vorläufigen Suspendierung wird das Verfahren von der Disziplinarkommission
der FN geführt und ist unabhängig besetzt. Die Höhe des Strafmaßes ist abhängig von der Art der nachgewiesenen verbotenen Substanz oder Methode. Liegt Doping in Form einer verbotenen Substanz oder Methode vor, beträgt die Sperrzeit in der Regel zwei Jahre. Bei einer unerlaubten Medikation beträgt sie mindestens einen Monat und kann bis auf ein Jahr ausgedehnt werden. Diese Zeiten gelten für den Reiter, für das Pferd gibt es meistens eine Sperre von acht Wochen. In beiden Fällen (Medikation oder Doping) kann jedoch unter speziellen Umständen von einer Sperre abgesehen oder die Sperrzeit herabgesetzt werden. So zum Beispiel wenn der Betroffene nachweisen kann, wie die verbotene Substanz in den Organismus des Pferdes gelangt ist, ohne dass er seine Sorgfaltspflicht verletzt hat. Zusätzlich zu der Sperre können Geldstrafen verhängt werden und alle Ergebnisse die das Pferd auf dem Turnier erzielte werden annulliert.

5. Doping aus Versehen? – Medikamente auf der Dopingliste

Es gibt in der Tat Doping aus Versehen, denn viele Medikamente (besonders Schmerzmittel) stehen auf der Dopingliste. Wird also das Pferd mit Medikamenten behandelt, sollte man immer gründlich prüfen, ob man dann an einem Turnier teilnehmen darf. Häufig passiert unabsichtliches Doping durch Unwissenheit und Unkenntnis des gesamten Wirkungsbereiches der Substanz. Dies passiert oft bei der Behandlung mit Medikamenten wie Antihistaminika, die bei einer Schmerztherapie als Begleitmedikament gegeben werden oder das Anti-Wurm-Mittel Anthelminthikum. Die gängigen Schmerzmittel zur Schmerzausschaltung (Lokalanästhetika) sind natürlich auch häufig in ungewollte Dopingfälle verwickelt. Auch Kombinationspräparate, in denen mehrere Substanzen gleichzeitig vorhanden sind und von denen der Reiter oder Besitzer vielleicht nicht einmal etwas weiß werden oft zum Verhängnis. Doch leider gilt auch im Reitsport wie so oft im Leben: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.“ (VETION.de)

6.Beispiele aus dem Spitzensport

Das Doping im Pferdesport war schon immer ein heikles Thema unter den Spitzenreitern und es wird es auch weiterhin bleiben. Einige sind der Auffassung:
„Es ist völlig selbstverständlich, dass Stallinternes und Behandlungen von Pferden nur den Pferdebesitzer und letztlich das Stallpersonal angeht und niemanden anders.“(Isabell Werth, 2009, Interview ZDF). Entsprechend der Anzahl der Reiter, die so denken gibt es auch sehr viele gravierende Dopingfälle. So zum Beispiel bei Olympia 2008. Hier wurde gleich bei sechs Pferden verbotene Substanzen gefunden, darunter auch das Pferd Cöster des deutschen Reiters Christian Ahlmann. Bei ihm und drei weiteren Pferden wurde Capsaicin entdeckt. Diese Substanz ist ein Bestandteil einer Chilischote und sollte womöglich zur Durchblutungsförderung dienen. Möglich ist auch, dass eine Creme für die Vorderbeine des Pferdes benutzt worden war, die die Haut reizt und das Pferd so höher springen lässt, da es sonst große Schmerzen hat, wenn es
an eine der Stangen am Hindernis stößt. Christian Ahlmann wurde insgesamt für acht Monate gesperrt. Vier Jahre zuvor mussten die deutschen Springreiter ihr Gold aus Athen wieder abgeben, da bei dem Pferd Goldfever von Ludger Beerbaum ebenfalls eine verbotene Medikation festgestellt worden war. Er hatte gestanden sein Pferd mit Betamethason behandelt zu haben. Ein entzündungshemmendes und antiallergisch wirkendes Mittel. Doch nicht nur im Springsport gibt es Doping. Auch die Dressurreiterin und fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth muss sich 2008 für ihren Dopingfall bei ihrem Pferd Whisper rechtfertigen. Bei Wispher wurde auf das Beruhigungsmittel Fluphenazin positiv getestet.

7. Fazit

Doping ist verboten und nicht fair gegenüber anderen Teilnehmern und den Zuschauern eines Turnieres. Außerdem wird das Unfallrisiko erhöht und die Gesundheit des Pferdes gefährdet. Wie weit kann der Mensch in die Natur eingreifen? Man muss unterscheiden zwischen Können und Dürfen. Der Mensch kann sehr weit in die Natur eingreifen. Er kann mit Hilfe von Medikamenten oder bestimmten Methoden das Pferd zu Höchstleistungen und noch darüber hinaus bringen. Umgekehrt kann er es auch so mit Beruhigungsmitteln behandeln, dass es bei einem Rennen mit Sicherheit als Letztes im Ziel ankommt. Man kann ihm seine Schmerzen nehmen und damit gleichzeitig alles nur noch schlimmer machen, wenn man es weiter im Sport einsetzt. Andere Reiter, die Pferde wohl eher als Sportgeräte sehen, hyper- oder desensibilisieren ihre Pferde mit verbotenen Methoden und fügen ihnen somit Schmerzen zu. Es gibt die unmöglichsten Methoden die Natur eines Pferdes zu beeinflussen und zu verändern. Der Mensch schafft sich so sein Wunschpferd, dabei steht in den ethischen Grundsätzen des Pferdefreundes Grundsatz acht: „Die Nutzung des Pferde im Reit-, Fahr, und Voltigiersport muss sich an seiner Veranlagung, seinem Leistungsvermögen und seiner Leistungsbereitschaft orientieren. Die Beeinflussung des Leistunsvermögens durch medikamentöse sowie nicht pferdegerechte Einwirkung des Menschen ist abzulehnen und muss geahndet werden.“ Ich finde es gut, dass die FN sich große Mühe gibt in der Dopingbekämpfung. Schlecht ist es allerdings von den Reitern, die immer wieder gegen die Regeln verstoßen, indem sie ihre Pferde so behandeln, wie es ihnen passt. Das Pferd aber kann sich nicht wehren und sagen „Nein, ich will das nicht!“ und so muss es den Menschen vertrauen, denn wir sind für die Tiere verantwortlich. Leider wird dieses
Vertrauen immer wieder missbraucht und das wegen einer Medaille oder einer Schleife.
Dass es schon unabsichtliche Dopingfälle gegeben hat, ist nicht auszuschließen, ja sogar sehr wahrscheinlich. Das Pferd wurde vielleicht nicht mit bösen Absichten behandelt aber es bleibt dann trotzdem ein ungerechter Wettkampf. Ich glaube dass Doping durch bessere und vermehrte Kontrollen weiter eingedämmt werden kann, jedoch nie ganz aus den Köpfen der Reiter und Pferdebesitzer verschwinden wird, denn
der Sieg ist einigen wichtiger als das Wohlergehen des Pferdes.

Autor: http://www.contentworld.com/authors/profile/10960/

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